Steuerberater - Was ist ein Steuerberater und wann lohnt sich der Finanz-Experte?

Stress mit den Steuern muss nicht sein! Wer keine Lust oder Zeit hat, um sich mit der Steuererklärung zu beschäftigen, kann sich Hilfe vom Profi holen. Was der Steuerberater bietet, welche Unterlagen benötigt werden, wann sich der Gang zum Finanz-Profi wirklich lohnt und was die Beratung kostet, gibt es hier nachzulesen.

Was ist ein Steuerberater und wobei kann der Finanz-Experte helfen?

Ein Steuerberater ist Experte in Sachen Steuern. Neben der alljährlichen Einkommenssteuererklärung kann der Finanz-Profi auch die gesamte Buchführung übernehmen, beim Vermögensaufbau helfen oder bei betriebswirtschaftlichen Fragen beraten. Weil das Steuerrecht komplex ist, haben sich viele Steuerberater auf einen oder einige wenige Bereiche besonders spezialisiert, etwa auf Handwerker, Künstler, Selbstständige oder Start-ups.

 

Steuerberater

In Deutschland sind die Zugangshürden zum Beruf relativ hoch: Nur wer eine staatliche Prüfung abgelegt und bestanden hat, darf sich fortan Steuerberater nennen. Das bietet ein hohes Maß an Sicherheit, dass die fachliche Qualifikation gesichert ist. Zudem gehört es zum Beruf immer auf dem Laufenden zu bleiben, was die neueste Gesetzgebung und Gerichtsurteile angeht, um Mandanten optimal beraten zu können.

Wer sich von einem Steuerberater helfen lässt, profitiert aber nicht nur vom Fachwissen und der Erfahrung des Finanz-Experten. Ein großer Vorteil ist, dass es dann mehr Zeit für die Abgabe der Steuererklärung gibt. Die Frist verlängert sich vom 31. Mai bis zum 31. Dezember.

Wann lohnt sich ein Steuerberater?

Nur wenn die Steuererklärung von Jahr zu Jahr gleich bleibt, ist die Hilfe vom Steuer-Profi überflüssig. Wer dagegen mehrere Einnahmequellen (beispielsweise aus Vermietung, selbstständiger Arbeit oder Kapitalerträgen), nicht alltägliche Kosten (etwa ein Arbeitszimmer, Betriebsausgaben, Fortbildungen, Lohn für Mitarbeiter oder Wochenendheimfahrten) oder eine komplizierte Familiensituation (zum Beispiel mit Auswärtstätigkeit, einem Pflegefall oder Unterhaltsleistungen) hat, wird vom Know-how des Steuerberaters profitieren. Denn der Steuerberater weiß genau, welche Dinge abgesetzt werden können und wo es Steuersparpotenzial gibt. Daher gilt: Je komplexer die Steuererklärung ist, desto mehr lohnt sich ein Steuerberater. Das Profiwissen des Steuerberaters kann oft zu höheren Steuerrückzahlungen führen.

Steuerberater und Kosten: Was kostet eine Steuerberatung?

Das Honorar orientiert sich an der Vergütungsverordnung (StBVV) und bemisst sich nach der Schwierigkeit und dem Wert der Angelegenheiten. Daher lässt sich nicht pauschal sagen, wie viel ein Steuerberater kostet. Grundsätzlich gilt jedoch: Je höher die Einkünfte eines Mandanten, desto höher die Kosten für den Steuerberater. Die Höhe der Steuerrückzahlung spielt hingegen keine Rolle. Im ungünstigsten Fall kann das Honorar sogar höher ausfallen, als die Erstattung – und das, obwohl der Steuer-Profi viele Tricks und Kniffe kennt. Schon beim ersten Gespräch kann der Steuer-Experte in der Regel grobe Angaben dazu machen, was die Beratung im konkreten Fall kosten wird. Darauf basierend können Mandanten entscheiden, ob sie den Auftrag erteilen wollen oder nicht.

Gut zu wissen: Kosten für den Steuerberater lassen sich oft steuerlich absetzen. Das ist beispielsweise möglich, wenn die Steuerberatung aus beruflichen Gründen erfolgt, um die Einkünfte zu ermitteln. Weitere Tipps zur Steuererklärung bei Fokus.

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Welche Unterlagen benötigt ein Steuerberater?

Um optimal beraten zu können, muss ein Steuerberater viel über die berufliche und private Situation seiner Mandanten wissen. Dazu benötigt er nicht nur mündliche Auskünfte, sondern auch zahlreiche Unterlagen. Zu den wichtigen Daten und Dokumenten zählen:

  • Steueridentifikationsnummer
  • Bankverbindung
  • Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung
  • Belege für berufsbedingte Ausgaben (Bescheinigungen, Quittungen, Rechnungen) – Hinweis: Die Belege müssen auf Anfrage des Finanzamtes vorgelegt werden, daher unbedingt aufbewahren.
  • Belege für Fahrtkosten zwischen Arbeitsplatz und Wohnung
  • Belege für Kosten für Fortbildungen
  • Belege für Kosten fürs Arbeitszimmer (außer Haus oder im Haus; gegebenenfalls eine Arbeitgeberbescheinigung, dass kein Platz im Unternehmen zur Verfügung steht)
  • Belege für Kosten für Arbeitsmittel (Beispiel: Druckerpapier, Berufsbekleidung)
  • Belege für Kosten für die berufliche Nutzung des privaten Computers
  • Belege für Kosten für die berufliche Nutzung von Internet und Telefon (beim Telefon inklusive Einzelverbindungsnachweis)
  • Belege für Mitgliedsbeiträge (Berufsverbände, Gewerkschaften)
  • Belege für Bewerbungskosten (beispielsweise Bewerbungsfotos, Fahrtkosten)
  • Belege für Anwalts- oder Gerichtskosten (falls beruflich bedingt)
  • Belege für Umzugskosten (falls der Umzug beruflich bedingt war)
  • Belege für Kosten doppelter Haushaltsführung (Haushaltskosten am Arbeitsort, Fahrtkosten nach Hause, Verpflegungskosten)
  • Dokumente über Lohnersatzleistungen aus Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Elterngeld, Mutterschaftsgeld oder Krankengeld
  • Belege über Kosten für Versicherungen (Haftpflichtversicherung (Privat- und KFZ-Haftpflicht), Lebens- und Risiko-Lebensversicherung, Unfallversicherung, private Altersvorsorge, Riesterrente, Rüruprente etc.)
  • Bescheinigung der Krankenkasse über Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung (sofern nicht in der Lohnsteuerbescheinigung aufgeführt) sowie zu Beitragserstattungen
  • Nebenkostenabrechnung der Wohnung
  • Handwerkerrechnungen
  • Rechnungen für haushaltsnahe Dienstleistungen (zum Beispiel Betreuungskosten für Kinder/Pflegebedürftige, Haushaltshilfe, Gartenarbeiten etc.)
  • Belege für Ausgaben zum Thema Gesundheit (Arzt- und Krankenhauskosten, Zuzahlungen bei ärztlich verordneten Medikamenten und Brillen)
  • Belege für Kinderbetreuungskosten (Kindergarten etc.)
  • Belege für Unterhaltskosten
  • Belege für Pflege- und Pflegeheimkosten
  • Belege für Bestattungskosten
  • Studienbescheinigung des Kindes/der Kinder
  • Spendenquittungen und Zuwendungsbestätigungen
  • Nachweis einer Behinderung
  • Sonstige Mitgliedschaftsbeiträge
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Steuerberatungskosten (Steuerberater oder Steuersoftware)
  • Steuerbescheinigungen über Kapitalertragssteuer oder Zinsabschläge
  • Belege über Vermögenswirksame Leistungen (VL-Bescheinigung)

Tipp: Wer seine Unterlagen vor dem Besuch in der Steuerkanzlei in Ordnung bringt, spart Geld. Denn je mehr Dokumenten-Dickicht der Finanz-Profi durchforsten muss, desto aufwendiger und teurer wird es.

Fazit: Finanz-Experten lohnen sich

Wer wenig Wissen oder Interesse in Steuerfragen mitbringt beziehungsweise eine komplexere Steuererklärung hat, für den lohnt sich der Gang zum Steuerberater. Denn in diesen Fällen bringt der Finanz-Profi oft mehr Geld ein, als er kostet.

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